Im vergangenen Schuljahr, im Zuge des alljährlichen Säuberns der Stolpersteine in Blieskastel,
ist den Schüler*innen meiner damaligen Religionsgruppe 8, allen voran Amelie Bost, aufgefallen, dass der im Internet abgebildete Stolperstein für Martha Neuberger nicht mehr an seinem Platz war.
So haben wir beim Stadtarchiv Blieskastel nachgefragt. Frau Raffaela Berger, die das Stadtarchiv seit kurzem leitet, erklärte mir, dass der Stein entfernt worden war, da sich herausgestellt hatte, dass Martha Neuberger 1935 nach Uruguay geflüchtet war, sie wurde nicht, wie zuvor angenommen, in Auschwitz ermordet. Dennoch: Ihre gesamte Familie wurde Opfer des Naziterrors, sie selbst hatte ihre Heimat unwiederbringlich verloren. Auf unsere Nachfrage hin hat Frau Berger sehr rasch gehandelt und einen neuen Stolperstein angefordert, auch für Myrtil Joseph war ein neuer Stein notwendig geworden, da auch zu seinem Schicksal neue Rechercheergebnisse vorliegen.
Am 19.Mai konnten die Schüler*innen, nun Klassenstufe 9, dann der Verlegung der beiden Stolpersteine beiwohnen. Ein Dank an Frau Raffaela Berger, an Herrn Erich Schwarz, der für die SZ anwesend war und an die beiden Mitarbeiter des Bauhofes, die die Stolpersteine für Martha Neuberger und Myrtil Joseph, der 1943 in Auschwitz ermordet wurde, verlegt haben.
Ein besonderer Dank gilt den aufmerksamen Schüler*innen, ohne sie wäre dies nicht in dieser Weise möglich gewesen!
Dr. Sabine Grittner





