Ein Wandertag, an dem alles, was schiefgehen kann, schiefgeht

Jahresübung unseres Schulsanitätsdienstes

Das war unser Übungsszenario bei der Jahresübung des Schulsanitätsdienstes am 9. Juni.

Die Übung ging um 12:20 Uhr für unsere Mimen los, die von Julian, der einen Kurs zur Notfalldarstellung besucht hat, geschminkt wurden.

Durch die täuschend echten Verletzungen wird das ganze Szenario sehr viel realistischer als in Übungen, bei denen man sich die Wunden nur vorstellen muss. Das Schminken dauerte bis etwa 13:30 Uhr, sodass wir kurz danach voller Spannung zum Erlebniswald Schellental in Blieskastel aufbrechen konnten. Der Ort wurde gewählt, weil er in der Nähe liegt, gleichzeitig aber eine willkommene Abwechslung zum Schulgelände bietet und bei der Hitze auch guten Schutz spendete.

Als wir um 13:45 Uhr angekommen waren, wurden zunächst Gruppenfotos gemacht und die Übung noch einmal kurz durchgesprochen.

Dann ging es los mit der ersten Phase, in der die Sanis auf drei Zweierteams aufgeteilt und zu jeweils einem Verletzten gerufen wurden.

Wir haben es so organisiert, dass Julian, Leon und Frau Weirich jeweils ein Team begleiteten, um sich Notizen für die Nachbesprechung zu machen und bei Schwierigkeiten kleine Hilfestellungen zu geben.

Als Verletzungen hatten wir einmal einen Schüler, der aus erhöhter Position beim Klettern von einem Baum gefallen war, einmal einen Schüler mit akuter Dehydration und zu guter Letzt eine allergische Reaktion infolge eines Bienenstichs. Bei den Fallbeispielen waren zwar auch die medizinischen Maßnahmen wichtig, vor allem aber Teamarbeit und richtige Absprachen. Dabei zeigte sich, dass die medizinischen Maßnahmen überwiegend sicher durchgeführt wurden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass bei der Absprache innerhalb der Teams noch Entwicklungspotenzial besteht, das wir in zukünftigen Übungen weiter trainieren möchten.

Nach der ersten Phase gab es eine kurze Besprechung und Trinkpause, bevor um 14:30 Uhr Phase 2 begann. Hier war das Fallbeispiel, dass dem Lehrer versehentlich die Spiritusflasche ins Feuer fiel und es dadurch zu einer Stichflamme kam. Der Lehrer lag ohnmächtig neben dem Grill mit schweren Brandwunden, zwei Schüler standen am Grillplatz unter Schock, während ein weiterer Schüler in unbekannte Richtung weggerannt war.

Hier mussten die Schulsanitäter selbst Teams bilden und sich die Aufgaben zuteilen. Die Einteilung der Aufgaben nahm zunächst etwas Zeit in Anspruch und war manchmal ein wenig chaotisch. Die Übung zeigte damit, wie wichtig klare Zuständigkeiten und schnelle Kommunikation in komplexen Einsatzlagen sind. Zudem wurde deutlich, dass auch Personen mit zunächst weniger schwer wirkenden Verletzungen regelmäßig betreut und beobachtet werden müssen. Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass Veränderungen im Zustand von Betroffenen kontinuierlich beobachtet werden müssen, da diese im Einsatzgeschehen leicht übersehen werden können. Die medizinischen Maßnahmen beim vermissten Schüler und beim Lehrer waren allerdings gut.

Die Suche hat ein wenig gedauert, aber nach 20 Minuten konnte der weggelaufene Schüler größtenteils unverletzt vorgefunden und versorgt werden.

Als Fazit der Übung lässt sich festhalten, dass die medizinischen Maßnahmen insgesamt meist sicher umgesetzt wurden. Gleichzeitig hat die Übung wertvolle Hinweise darauf gegeben, in welchen Bereichen – insbesondere bei Kommunikation und Teamkoordination – wir uns noch weiter verbessern können. Genau dafür sind solche realitätsnahen Übungen da, damit wir im Ernstfall möglichst gut auf verschiedene Situationen vorbereitet sind.

Ein Dank geht auch noch einmal an die Mimen, die sich den Nachmittag über Zeit genommen haben, um sich schminken zu lassen und die Verletzten zu spielen. 

Dein Interesse ist geweckt und du möchtest bei der nächsten Übung mitwirken oder sogar dem Schulsanitätsdienst beitreten?

Dann melde dich gerne bei unserer AG-Leitung Frau Weirich (e.weirich@schule.saarland), bei uns persönlich (Schulsanitaeter.VdL@gmail.com) oder sprich uns einfach darauf an.

Léon Wolf-Rubeck