Im Grundkurs Evangelische Religion der Klassenstufe 12 setzten sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Unterrichtsreihe intensiv mit dem Thema Trialog der Religionen auseinander. Im Mittelpunkt standen dabei die drei abrahamitischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam. Neben ihren jeweiligen Besonderheiten lag ein besonderer Fokus auf den gemeinsamen Wurzeln, zentralen Glaubensvorstellungen und ethischen Grundhaltungen. Gleichzeitig wurden auch kritische Themen wie Religionskonflikte, Spannungsfelder zwischen Religion und Staat sowie aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen offen angesprochen und reflektiert.
Den Abschluss der Unterrichtsreihe bildeten zwei eindrucksvolle außerschulische Lernorte: der Besuch der muslimischen Gemeinde Saar in Burbach im Mahlhofen sowie der jüdischen Synagoge in Saarbrücken am Beethovenplatz.
In der Moschee wurden wir herzlich vom Vorstandsvorsitzenden der Gemeinde, Karim Chrif, empfangen. In einem offenen und wertschätzenden Gespräch berichtete er von der Gemeindearbeit vor Ort, erklärte die Bedeutung der fünf Säulen des Islam und schilderte, wie religiöse Pflichten im Alltag gelebt werden. Besonders wichtig war ihm dabei der Blick auf das Verbindende zwischen den Religionen. Immer wieder betonte er, wie entscheidend Dialog, gegenseitiges Zuhören und der Abbau von Vorurteilen für ein gelingendes Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft sind. Auch kritische Fragen, etwa zum Verhältnis von Staat und Religion, wurden geduldig und differenziert beantwortet. Ein besonderer Moment war das gemeinsame Beisammensein während des Mittagsgebets, das vom Vorbeter ausgerufen wurde – für viele ein stilles, beeindruckendes und nachhaltiges Erlebnis.
Der Besuch der Synagoge in Saarbrücken fiel auf den Holocaust-Gedenktag und erhielt dadurch eine besondere Tiefe. In einer Atmosphäre des Innehaltens und der Erinnerung durften wir aus dem Kalendarium von Auschwitz lesen und der Klangstele beiwohnen. Diese Form des Gedenkens machte das unfassbare Leid der Opfer des Nationalsozialismus auf eindringliche Weise spürbar und ging vielen unter die Haut. Im Anschluss wurden vor der Synagoge Kerzen gegen das Vergessen entzündet – ein stilles Zeichen des Respekts, der Verantwortung und der Solidarität.
Beide Besuche machten deutlich, wie wertvoll persönliche Begegnungen für das Verständnis anderer Religionen sind. Sie eröffneten neue Perspektiven, vertieften das im Unterricht Erlernte und zeigten eindrucksvoll, dass Dialog nicht bei theoretischem Wissen endet, sondern im respektvollen Miteinander beginnt.
Solche Erfahrungen tragen dazu bei, Offenheit, Empathie und Verantwortungsbewusstsein zu fördern – Werte, die am Von der Leyen Gymnasium eine zentrale Rolle spielen und unsere Schulgemeinschaft nachhaltig prägen.


