Am 26. November fand am Von der Leyen-Gymnasium eine große Simulation einer internationalen Klimakonferenz statt. Rund 100 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 10 und 11 nahmen an diesem Projekttag teil, der ihnen einen realitätsnahen Einblick in globale Klimaverhandlungen ermöglichen sollte.
Zu Beginn erhielten alle Teilnehmenden in einem einführenden Vortrag einen Überblick über die Rollen und Verantwortlichkeiten verschiedener Weltregionen in der globalen Klimaerwärmung. Dabei wurden unter anderem historische Emissionen, aktuelle Entwicklungen und politische Interessen beleuchtet.
Anschließend schlüpften die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen in die Rollen zentraler Akteure der Weltpolitik: China, USA, Europa, Indien, andere Industrieländer und andere Entwicklungsländer. In drei intensiven Verhandlungsrunden diskutierten die Delegationen darüber, wie ihre Länder bzw. Regionen zur Eindämmung des Klimawandels beitragen könnten. Dabei standen verschiedene Maßnahmen im Fokus:
- Aufforstung und Schutz von Wäldern
- Verhinderung von Entwaldung
- Angaben in Prozent, wie stark die Emissionen in den kommenden Jahren sinken sollen
- Zeitpunkt, ab dem die Emissionen nicht mehr steigen, sondern erstmals sinken
- Beiträge oder Forderungen an einen internationalen Klimafonds
- Gemeinsame Strategien, um das Klimaziel für das Jahr 2100 zu erreichen
Nach jeder Verhandlungsrunde wurden die getroffenen Entscheidungen mithilfe einer Klimasimulationssoftware ausgewertet. Diese zeigte, wie sich die beschlossenen Maßnahmen auf die globale Temperaturentwicklung auswirken würden. Nach der dritten und letzten Runde ergab die Simulation eine prognostizierte globale Erwärmung von insgesamt 2,2 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 – ein Wert, der deutlich machte, wie schwierig echte internationale Klimapolitik ist, da hier das 1,5 Grad Ziel nicht erreicht werden konnte.
Die Schülerinnen und Schüler erfuhren aus erster Hand, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss und wie komplex die globalen Interessenlagen sind. Besonders deutlich wurde, wie sehr das Ergebnis davon abhängt, ob mächtige Akteure mitziehen. In der Simulation zeigten sich die USA vergleichsweise kompromissbereit – ein Verhalten, das nicht immer der politischen Realität entspricht und das Ergebnis der Verhandlungen sichtbar beeinflusste.
Insgesamt war die Klimakonferenz-Simulation für alle Beteiligten eine spannende und lehrreiche Erfahrung, die ein tieferes Verständnis für internationale Politik, Klimawandel und die Bedeutung globaler Zusammenarbeit vermittelt hat. Die Schülerinnen und Schüler verließen die Konferenz mit einem starken Diskussionsbedarf, der nun im Unterricht weiter aufgegriffen und vertieft werden muss. Gleichzeitig äußerten viele den eindringlichen Appell, dass wir alle gemeinsam handeln und kämpfen müssen, um das Klimaziel doch noch zu erreichen.
Sabrina Math





