Mit Erasmus+ nach Tsaritsani

Die Götter wissen, warum!

 

 In der letzten Schulwoche vor den Osterferien konnte ich mir, begleitet und unterstützt von meiner Tochter Asimina, durch ein von Erasmus+ gefördertes Job-Shadowing einen umfassenden Eindruck von unserer griechischen Partnerschule in Tsaritsani verschaffen. Der Ort liegt landschaftlich wunderschön auf der dem Meer abgewandten Seite des Olymp. Das Dorf ist überschaubar; Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermarkt, Bäckerei, Konditorei, Schreibwarengeschäft, Cafés und Tavernen sind in ausreichender Zahl vorhanden, (Massen)Tourismus ist hier jedoch völlig unbekannt, was wir als sehr positiv empfanden. Hier hat man noch die Möglichkeit einen Einblick in das ursprüngliche Griechenland zu gewinnen!

Bei unserer Partnerschule, dem Gymnasio-Lykeio Tsaritsani, handelt es sich um eine Gemeinschaftsschule („Gymnasio“: Klassenstufen 7-9) mit Oberstufenklassen („Lykeio“: Klassenstufen 10-12). Insgesamt besuchen 60 Schülerinnen und Schüler die Schule.

Pünktlich um 08:00 fanden wir uns am Montag, dem 30.03., im historischen Schulgebäude ein, um zunächst an der allmorgendlichen Begrüßung durch den Schulleiter auf dem Schulhof teilzunehmen. Danach ging es für Asimina in den regulären Unterricht der 11. Klasse und ich hospitierte im Unterricht der griechischen Kolleginnen und Kollegen. Der Schultag dauert von 08:15 bis 14:10 und verteilt sich auf sieben Stunden à 45 Minuten.

An den folgenden Tagen nahm Asimina am Unterricht in Tsaritsani teil, während ich mit meiner griechischen Kollegin Katerina Koniari, die an vier Schulen unterrichtet, weitere Schulen in den umliegenden Orten besuchte. Nachmittags hatten wir die Gelegenheit an einem Tanzkurs teilzunehmen und einer Chorprobe beizuwohnen. Asimina war außerdem täglich mit ihren beiden neuen griechischen Freundinnen unterwegs. Am Donnerstag, dem 02.04., blieb die Schule in Tsaritsani auf Grund des anhaltenden Regens geschlossen und meine Kollegin veranstaltete kurzerhand ein „Pitta-Backseminar“ mit uns. Am Freitag, dem 03.04., verabschiedeten sich Schulleitung und Schülerschaft des Gymnasiums in Argyropouli, das ich an diesem Tag besuchte, gemeinsam tanzend in die Osterferien!

Fazit: Natürlich sind uns einige Unterschiede im Schulalltag aufgefallen, aber auch viele Gemeinsamkeiten, die vielerlei Anknüpfungspunkte für eine zukünftige Schülerbegegnung bieten: Die Landschaft, die Flora und Fauna um Tsaritsani sind wunderschön und der Umweltschutz spielt eine immer größere Rolle, ähnlich wie im Bliesgau. Die Menschen sind sehr sportlich: Trail Running, Nordic Walking, Hiking sind beliebte Sportarten – viele entsprechende Wettkämpfe finden statt. Ähnlich wie im Bliesgau sind die Menschen ihrer Region sehr verbunden. Meiner Kollegin, Frau Koniari, ist es ein großes Anliegen, dass ihre Schülerinnen und Schüler ihren Blick weiten, im Ausland neue Perspektiven kennenlernen, um sich anderer Zukunftschancen als der althergebrachten Möglichkeiten bewusst zu werden, aber auch, um das Besondere ihrer eigenen Region bewusster wahrnehmen und bewahren zu können.

Um den griechischen und deutschen Schülerinnen und Schülern dies zu ermöglichen, streben wir für das nächste Schuljahr einen Erasmus+ -geförderten Austausch zwischen unseren beiden Schulen an: Die Schülerinnen und Schüler aus Tsaritsani möchten uns gerne Ende Oktober am VdL besuchen, bevor wir dann Ende März 2027 nach Tsaritsani fahren. Wer gerne an dem Austausch teilnehmen möchte (angesprochen sind vorrangig Schülerinnen und Schüler der jetzigen Klassenstufen 9 und 10, aber auch jüngere Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7), melde sich bitte gerne bei mir. Oder kommt einfach donnerstags in der Griechenland-Austausch-AG vorbei!

Γεια σας και τα λεμε,

Rena Karaoulis-Titz