Delegationsreise nach Rzeszów: Saarländische Lehrkräfte im internationalen Austausch zu KI im Unterricht

Im Rahmen eines Erasmus+-geförderten Job-Shadowings reiste eine Delegation von 20 Lehrkräften aus dem Saarland nach Rzeszów (Polen). Organisiert wurde die Fahrt vom Spohns Haus in Gersheim und mitfinanziert durch das Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) des Saarlandes. Für uns nahm Andreas Weyand an der Lehrerkonferenz teil.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus unterschiedlichen Schulformen – Gemeinschaftsschulen, Gymnasien sowie beruflichen Schulen – und brachten vielfältige Perspektiven in den internationalen Austausch ein. Ergänzt wurde die Gruppe durch Vertreter von Spohns Haus sowie des Saarpfalz-Kreises. Ziel der Reise war es, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Polen und der Ukraine neue Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) kennenzulernen und deren Einsatzmöglichkeiten im Unterricht zu erproben.

Im Mittelpunkt des Programms standen zahlreiche Workshops und Fachvorträge rund um das Thema KI. Dabei konnten die Lehrkräfte innovative Tools nicht nur kennenlernen, sondern auch direkt praktisch ausprobieren. Viele der vorgestellten Anwendungen bieten konkrete Ansätze für einen modernen, zukunftsorientierten Unterricht und eröffnen neue Wege, Lernprozesse kreativ und individuell zu gestalten.

Neben dem fachlichen Austausch wurde uns seitens der polnischen Kolleginnen und Kollegen auch ein ansehnliches Rahmenprogramm geboten. Neben dem Empfang durch den Präsidenten der Stadt im Rathaus durften wir auch Einblicke in die Katakomben der Stadt Rzeszow im Rahmen einer Stadtführung erhalten. Darüber hinaus waren wir ebenfalls Gäste an der Musikschule und konnten ein buntes Repertoire an Musikstücken durch alle Stilrichtungen erfahren, interpretiert von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Altersstufen. 

Ein besonderes Highlight war zudem der Besuch eines Science Centers Lukasiewicz, in dem die Lehrkräfte an interaktiven Workshops und Laborangeboten teilnahmen sowie die unglaubliche Ausstellung rund um Geographie, Biologie, Physik und Chemie besichtigen durften. Diese praxisnahen Einblicke lieferten wertvolle Impulse für die eigene Unterrichtsgestaltung und zeigten, wie experimentelles und forschendes Lernen effektiv umgesetzt werden kann.

Ein weiterer eindrucksvoller Programmpunkt war die Besichtigung des Dorfes Markowa, der Heimat der Familie Ulma. Während der deutschen Besatzungszeit versteckten Wiktoria und Józef Ulma dort acht jüdische Menschen. Nach einem Verrat wurden sie gemeinsam mit den Verfolgten ermordet. Heute erinnert das „Museum für die Polen, die während des Zweiten Weltkrieges Juden gerettet haben – Museum für die Familie Ulma“ an ihr Schicksal und gilt als bedeutendes Projekt der polnischen Erinnerungskultur. Diese historische Begegnung bot den Teilnehmenden nicht nur einen bewegenden Einblick in die Geschichte, sondern regte auch zur Reflexion über Wertevermittlung im Unterricht an.

Neben der fachlichen Weiterbildung spielte auch die internationale Vernetzung eine zentrale Rolle. Bestehende Partnerschaften konnten nach der Corona-Pandemie wiederbelebt und neue Kooperationen initiiert werden. Weitere Begegnungen sind bereits geplant, unter anderem auch im Saarland.

Die Pädagogische Konferenz, die erstmals seit 2019 wieder stattfand, war nicht nur Ort der Erkundung neuer digitaler Tools sowie ihrer Anwendung im Unterricht, sondern es handelte sich gleichzeitig um die erste trilaterale Begegnung dieser Art zwischen Deutschland, Polen und der Ukraine seit der Pandemie. Ziel der Konferenz war es unter anderem, Lehrkräfte stärker zu vernetzen und sich über aktuelle bildungspolitische Fragestellungen auszutauschen. Auch ein Austausch über die verschiedenen Schulsysteme stand auf der Agenda und brachte neue Eindrücke mit sich. 

Langfristig soll insbesondere erreicht werden, noch mehr Schülerinnen und Schüler in internationale Begegnungsformate einzubinden – beispielsweise durch Projekte, die über das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) oder über das EU-Programm Erasmus+ gefördert werden. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot betonte in diesem Zusammenhang: „Das ist wichtig für die Völkerverständigung und für ein starkes Europa. Deshalb fördern wir den Schüleraustausch und stärken zugleich die Expertise unserer Lehrkräfte in zentralen Zukunftsthemen wie KI und Digitalisierung.“

Die Delegationsreise hat eindrucksvoll gezeigt, wie gewinnbringend der Austausch über Ländergrenzen hinweg ist und welche Chancen innovative Technologien wie KI für den Unterricht von morgen bieten.