Text und Foto von Erich Schwarz (SZ vom 15.06.26)
Anne Franks Worte wirken bis heute nach. Genau daran erinnerte eine Gedenkfeier am Von der Leyen-Gymnasium in Blieskastel mit Musik, Zitaten und klaren Botschaften. Welche Rolle dabei ein „Beet der Vielfalt“ hat.
„Wie wunderbar es ist, dass niemand auch nur eine Minute zu warten braucht, um die Welt langsam zu verändern.“ Dies ist ein Zitat von Anne Frank, deren Andenken am Von der Leyen-Gymnasium an deren Geburtstag auch in diesem Jahr wieder gepflegt wurde. Und das Leben von Anne Frank, die Zusammenhänge um die Widerstandskämpfer der Weißen Rose und auch der Edelweißpiraten, vorgetragen von einzelnen Schülerinnen, standen am Anfang der kleinen Gedenkfeier.
Die Texte wurden von den Schülerinnen Ruth Becker, Lotta Nehlig, Aliya Weiland und Rosa Merkle vorgetragen. Aber zuvor hatte es noch ein Video-Grußwort von Michelle Revilla gegeben, der Landeskoordinatorin von Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage. Die Klasse 5a hatte unter der Leitung von Susanne Gastauer mit dem Lied von Udo Lindenberg „Wozu sind Kriege da?“ die Gedenkveranstaltung musikalisch eingeläutet. Die Feierstunde war von den Pädagoginnen Rena Karaoulis-Titz sowie Thorsten Müller und Petra Maton-Cacioppo initiiert und vorbereitet worden. Dabei obliegt Thorsten Müller und Petra Maton-Cacioppo die Betreuung der Demokratie-AG. Hier wurden auch die Texte zu den einzelnen Widerstandsgruppen (mit QR-Code) vorbereitet.
Rena Karaoulis-Titz hatte die Moderation übernommen. Sie wurde als Ideengeberin genannt, die auch die Zitate der einzelnen Widerstandsgruppen und Personen vorbereitet hatte. Als „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ wolle man die Brücke schlagen von der Vergangenheit zur Gegenwart. Aus Fehlern wolle man lernen und gemeinsam zu der Erkenntnis gelangen, dass jeder etwas bewirken könne. Ziel sei unter anderem auch die Orientierung an jugendlichen Vorbildern des Widerstands. Man wolle für Freiheit, Gleichheit, Vielfalt und Demokratie einstehen und gegen Hass, Diskriminierung, Rassismus und Queerfeindlichkeit kämpfen.
Sozusagen nach dem theoretischen Teil im Musikpavillon ging es dann ins Freie, wo die Garten-AG bereits einen Rosenstock in Erinnerung an die Widerstandsgruppe Weiße Rose gepflanzt hatte. Dort wurden während der Zeremonie auch wieder Texte von Anne Frank und Willi Graf zitiert. Man hatte zuvor bereits Infotafeln in Form von QR-Codes zur Information der gesamten Schulgemeinschaft erstellt, die in diesem zukünftigen „Beet der Vielfalt“ abgelegt wurden. Es wurden darin auch bunte Blumenzwiebeln gepflanzt als „Zeichen gelebter Vielfalt an unserer Schule und Ermahnung an sensiblen wertschätzenden Umgang untereinander“, wie Rena Karaoulis-Titz ausführte. Außerdem wurde eine Schale mit Edelweiß gepflanzt in Erinnerung an die Widerstandsgruppe: Edelweißpiraten. Als Edelweißpiraten wurden informelle Gruppen des deutschen Jugendwiderstands bezeichnet, die in der Zeit des Nationalsozialismus hauptsächlich im Rheinland tätig waren. Dem Outfit jener damaligen Gruppe nachempfunden, gab es dann noch eine Gesangseinlage von Kai Kruijf, einem früheren Schüler des Von der Leyen-Gymnasiums, der mit seiner Gitarre eindrucksvoll das Lied „Endlose Straßen“ darbot.
Es war den Pädagoginnen und Pädagogen der Schule an diesem Vormittag offensichtlich gelungen, die Schülerinnen und Schüler für die Thematik Widerstand und Auflehnung gegen Unrechtssysteme und Unterdrückung zu sensibilisieren und durch das zukünftige „Beet der Vielfalt und des Erinnerns“ auch ein sichtbares Zeichen zu setzen, als „Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart“, wie Lehrerin Rena Karaoulis-Titz noch einmal betonte.

