Seminarfach „Leyen Aid“ besucht Hobbyimker in Lautzkirchen

Eine warme Tasse Tee, gesüßt mit einem Löffelchen Honig – ein kleiner Moment der Entspannung, der jeden noch so stressigen Tag zu einem ruhigen Ende bringt. So süß auch der Moment des Genusses, so mühevoll die Arbeit, die dahintersteckt. Ein Teelöffel flüssiges Gold, das Lebenswerk einer Biene. Bei dem Besuch bei Hobbyimker Hermann Schwarzenberg in Lautzkirchen konnte das Seminarfach „Leyen Aid“ der Klassenstufe 12, unter der Leitung von Frau Maton-Cacioppo, viel über die Tätigkeit eines Imkers als auch über die Arbeit der Honigbiene erfahren. Fachmännisch brachte uns Herr Schwarzenberg, der das Handwerk von seinem Vater übernommen hat, die Grundlehren der Imkerei näher.

Zum Beispiel zeigte er uns, wie man eine Wachsplatte in einen Holzrahmen einlötet, welche anschließend in den Bienenstock eingesetzt wird und nun von den Bienen binnen zweier Wochen ausgebaut werden kann. Sobald eine solche Wabe ausgedient hat, was daran zu erkennen ist, dass der Schatten der dahinter gehaltenen Hand nicht mehr sichtbar erscheint, kann sie in einer speziellen Vorrichtung mit Hilfe der Sonne eingeschmolzen werden (siehe Bild). Das erkaltete Wachs wird dann eingereicht und zu neuen Wachsplatten verarbeitet.

Smoker, Abkehrbesen und Stockmeißel, die Ausrüstung eines jeden Imkers – auch diese lernten wir im Laufe des Nachmittags kennen. Anschließend begaben wir uns in den bienenfreundlichen Garten, um uns dort selbst ein Bild von vier der zehn Bienenstöcke machen zu können. Die Flut der Bienen, Wespen und Hornissen, die den Garten zu einem Flugplatz der Insekten schuf, versetzte einige Schüler in Angst. Doch Herr Schwarzenberg, der sogar selbst an einer Bienengiftallergie leidet, ging die ganze Sache sehr gelassen an. Über die Vorbereitung der Bienenvölker auf den Winter wurden wir im Zuge dessen ergänzend unterrichtet. Das Ziel eines jeden Imkers, so viele Völker wie möglich über den Winter zu bringen, kann nur durch eine rechtzeitige Behandlung gegen die Varroa-Milbe, ein aus Asien eingeschleppter 1-2 Millimeter großer Parasit, und eine pünktliche und ausreichende Winterfütterung erreicht werden. Dies wird nur dann notwendig, wenn man auch noch im Spätsommer den Honig abgeerntet hat oder das Volk besonders stark ist. 

Der geerntete Honig wird sowohl auf Märkten als auch an der Haustür an Nachbarn und Bekannte verkauft, da die Menge des Honigs den Eigenbedarf des Imkers in der Regel weit übersteigt. Zusätzlich zu dem Honig, dem direkt durch die Bienen erzeugten Produkt, profitiert er von einer guten Obsternte, welche ihm durch die fleißige Arbeit der blütenbestäubenden Honigbiene indirekt gesichert wird. Dank der reichlichen Obsternte hat er die Möglichkeit, eine Vielzahl verschiedener Obstbrände in seinem Sortiment anzubieten. Abschließend erhielten auch wir eine kleine Kostprobe in Form eines Gläschens, gefüllt mit seinem diesjährigen Akazienhonig, über die wir uns sehr freuten. 

Insgesamt war der Besuch bei Herrn Schwarzenberg sehr lehrreich und aufschlussreich, da wir einen Einblick in die wichtige Arbeit des Imkers und der Biene erhielten. Durch den Erwerb heimischen Honigs kann nicht nur die Artenvielfalt vor Ort bewahrt werden, sondern die Nachhaltigkeit wird insgesamt gesichert, da die Umwelt nicht unnötig durch lange Fahrtwege mit schädlichen Abgasen belastet wird. Das Seminarfach „Leyen Aid“ hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, Tätigkeiten und Projekte, deren Ziel es ist, das Augenmerk der Gesellschaft auf die Natur zu richten, näher kennenzulernen und dieses Bewusstsein auch auf die Schüler unserer Schule zu übertragen, sodass auch bei ihnen ein Umdenken stattfindet. Jederzeit würden wir einen solchen Besuch wiederholen und können den Unterricht in einer derart anschaulichen Form nur empfehlen. 

Lea Baecker und Eric Weidenhof

 


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