„Sucht entsteht im Alltag. Sucht entsteht, bevor wir sie erkennen“

Herr Dejon von der AWO Homburg im Gespräch mit Eltern der Klassenstufe 7 über das wichtige Thema Suchtprävention

Ab wann ist das Rauchen von Shishas in Deutschland erlaubt? Was wird mit einer Shisha-Pfeife überhaupt konsumiert und wie verhalte ich mich, wenn das eigene Kind mit 13 Jahren eine Shisha-Party besuchen möchte?

Mit diesen Fragen versuchte Ralph Dejon von der Fachstelle für Suchtvorbeugung und –beratung im Saarpfalzkreis die Erziehungsberechtigten von SchülerInnen der Klassenstufe 7 am Donnerstag, den 19.9.2019, im Musikpavillon der Schule herauszufordern – mit Erfolg!

Während die Haltung der Elternschaft zu anderen Konsummitteln wie Alkohol oder Zigaretten klar ablehnend für diese Altersstufe ist, trennten sich die Meinungen einiger Anwesenden beim Thema Shisha-Rauchen ebenso wie beim Thema social media - Benutzung und Spielekonsole.

Herr Dejon begründet dies mit rudimentären Kenntnissen vieler Eltern im Bereich gewisser Konsum- und Rauschmittel und fordert die Erwachsenen sogleich auf, diese Wissenslücke aus Gründen der Verantwortung und Fürsorge schnellstmöglich zu schließen: „Nur wer über ausreichendes Wissen verfügt, kann auch argumentieren und so eine Haltung entwickeln, die für alle Interessengruppen nachvollziehbar ist“. An dieser Stelle sind, so der Experte, Elternhaus wie Schule und Beratungsstelle gleichermaßen gefordert. Sie müssen Hand in Hand arbeiten und Verantwortung übernehmen: „Suchtprävention bedeutet eine Erziehung zur Verantwortung, um ausreichend vorbeugen zu können. Dazu braucht es Wissen, verständige Grenzen, eine klare Position und vertrauensvolle Ansprechpartner.“

Dejon, der das Programm „Praesent“ bereits seit 24 Jahren am Von der Leyen-Gymnasium durchführt, weiß, wovon er spricht und kann die Zuhörerschaft durch viele Beispiele aus seiner Arbeit mit SchülerInnen überzeugen.

Wer Kinder mit einem „Sicherheits-Rucksack“ ausstatten möchte, darf nicht ihre Neugierde bremsen oder mit unverhältnismäßigen Strafen drohen; wer Kinder auf ihrem Weg zum Erwachsenenwerden begleiten möchte, der muss sie auch beim Thema „Abhängigkeit“ ernst nehmen, als Vorbild fungieren und die Persönlichkeit der Jugendlichen stärken, damit Suchtmittel ihre scheinbare Faszination verlieren.

In der Arbeit mit den SchülerInnen selbst kommen dabei weniger einzelne Suchtmittel zur Sprache; vielmehr sollen Fragen wie: „Was fasziniert manche Menschen so an Suchtmitteln? Welche Bedürfnisse stecken dahinter? Und ab wann kann/muss man überhaupt von einer Sucht sprechen?“ im Vordergrund stehen.

Trotz der Schwere des Themas wurde an diesem Abend auch viel gelacht, kritisch reflektiert und gelernt.

Vielen Dank dafür.

Petra Maton

 


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