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Die Tantaliden, Iphigenie und ich

Viel Applaus für die humorvolle und pfiffige Inszenierung der Theater-AG

Wie in jedem Jahr lud auch in diesem Jahr kurz vor den Osterferien die Theater-AG des von der Leyen-Gymnasiums die Schulgemeinschaft und Theaterfreunde an zwei Abenden in die Schulaula zu ihrer neuesten Produktion ein. Der Titel des Stückes „Die Tantaliden, Iphigenie und ich“ ließ schon erahnen, dass bei dieser Aufführung der Stoff aus der griechischen Mythologie nicht auf die „klassische“ Art und Weise dargeboten würde. Die Zuschauer erlebten eine mit viel Tempo und Witz gespielte Parodie und konnten sich eine Stunde lang herzlich über das Geschehen auf der Theaterbühne amüsieren.

Bevor die eigentlich Handlung mit der Hauptfigur Iphigenie einsetzte, führte erst einmal ein Erzähler in die Geschichte ihrer Familie, die Tantaliden , ein, damit das Publikum im Bilde war, warum die Götter diese Familie mit einem Fluch beladen haben. Während der Erzähler auf der rechten Seite der Bühne in einem bequemen Sessel vorlas, wie alles damit begann, dass der Urahn Tantalus den Göttern seinen getöteten Sohn Pelops als Mahlzeit servierte, setzten die jungen Schauspieler auf der linken Seite der Bühne das Geschehen in Szene. Im weiteren Verlauf der Geschichte, bei der sich die Familienangehörigen fortlaufend gegenseitig  ermordeten, konnte auch der Erzähler nicht objektiv bleiben und gab kommentierend immer wieder seinen Senf dazu. Da der Inhalt sehr gerafft vorgetragen wurde, hatte das Publikum den Eindruck, einen Film im Schnelldurchlauf zu sehen, bei dem gefühlt alle 30 Sekunden „gestorben wurde“, d. h. alle 30 Sekunden wurde ein Tantalide von einem anderen mit einem Gummihammer niedergeschlagen und plumpste auf den Bühnenboden. 

Schließlich traf der Fluch der Götter auch Iphigenie, ein junges Mädchen aus der Familie, das geopfert wurde, damit die Göttin Diana ihrem Vater Agamemnon für die Überfahrt mit dem Schiff nach Troja Wind schicken sollte. Denn dort wollten er und sein Bruder Menelaos den trojanischen Krieg entfachen. Nach dem trojanischen Krieg versuchte Orest, Iphigenies Bruder, den Fluch der Götter zu lösen. Ein Orakel rät ihm, seine Schwester Iphigenie, die von der Göttin Diana bei deren Opferung in einer Wolke heimlich nach Tauris entführt worden war, wieder nach Hause zu holen.

Die rund 20 jungen Protagonisten aus den Klassenstufen 7 bis 12 hatten deutlich ihren Spaß daran, die „Gräueltaten“ der griechischen Mythologie zu parodieren. Das bewiesen sie durch ausdrucksstarke Gestik und Mimik und hervorragende stimmliche Modulation. Ihre Sprechstimmen waren von den beiden Regisseurinnen Monika Wack und Silke Schmeiser so gut geschult worden, dass sie in der Aula ohne Mikrophon klar und deutlich vernommen werden konnten. Insgesamt kam die Aufführung mit einer bemerkenswert reduzierten Ausstattung aus. Die Darsteller trugen in der Regel dunkele Hosen und unifarbene Oberteile in unterschiedlichen Farben. Allein die Göttin Diana war in ein antikes Gewand gehüllt. Wenige Attribute dienten zur Kennzeichnung der verschiedenen Personen. So traten die Könige  mit einer Krone auf und die Göttin Diana hielt einen Fön in den Händen, mit dem sie den erbetenen Wind für die Überfahrt nach Troja produzieren konnte. Die Hauptrequisiten waren mehrere Sitzwürfel, die nach Bedarf von Szene zu Szene neu angeordnet werden konnten. Wenn zu diesem Zweck der Vorhang fiel, wurde jeweils eine kurze Musik eingespielt, die das Spieltempo aufrecht erhielt und die Zuschauer bereits gefühlsmäßig auf die folgende Szene einstimmte. 

Entgegen der mythologischen Vorlage wurde das Publikum am Schluss von einer unerwarteten Wendung des Geschehens überrascht. Es bedankte sich für die humorvolle und pfiffige Inszenierung bei den jungen Schauspielern mit einem lang anhaltenden Applaus.

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