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Der Kältebus in Saarbrücken

Bericht über einen Besuch des Kältebusses am 10.03.2018

Auch bei uns im Saarland gibt es Menschen, die kein Dach über dem Kopf  haben, nicht wissen, wo sie die Nacht verbringen und was sie am nächsten Tag essen sollen. All das erhalten sie jeden Winter von Dezember bis März im Kältebus in Saarbrücken. Der von der Firma Harz gespendete Gelenkbus steht auf einem kleinen abgezäunten Gelände, auf dem sich auch ein Lagercontainer, ein Küchenwagen und ein Toilettenhaus befinden. Die Möglichkeit für Obdachlose, warme Speisen und Getränke kostenlos zu erhalten, existiert seit der Eintragung des ausschließlich aus ehrenamtlichen Mitarbeitern bestehenden Vereins im Jahr 2014.

 Der Bus lässt sich in drei wesentliche Teile untergliedern: Im vorderen Teil kümmern sich jeden Abend mehrere Helferinnen um die Zubereitung der warmen Speisen für die Obdachlosen. Das gesamte Essen setzt sich aus freiwilligen Spenden zusammen, die nicht nur von Privatpersonen, sondern auch von Großunternehmen, wie z.B. Hotels gespendet werden. Da der Kältebus von 21 Uhr bis 6 Uhr geöffnet hat, befindet sich im mittleren Teil auch eine Theke, an der abends Kaffee und Kuchen, sowie morgens Frühstück ausgegeben wird. Ab Beginn der Nachtruhe (22-22:30 Uhr) wird der hintere Teil als Schlafgelegenheit für kalte Wintertage genutzt.

Männer und Frauen aus allen Altersklassen nehmen das Angebot der kostenlosen Essensausgabe und Schlafunterkunft dankend an. Auch Hunde sind herzlich willkommen. Aber nicht nur Obdachlose besuchen den Kältebus. Ebenso eingeladen sind Bedürftige, deren Einkommen gerade für eine kleine Wohnung reicht. So können sie gerade über die Runden kommen und verlieren nicht auch noch das Letzte, was sie haben.

Das gesamte Geschehen beruht auf Vertrauensbasis. Nur einige Hausregeln, wie beispielsweise kein Alkohol- und Drogenkonsum und keine Gewalt auf dem Gelände, fördern den Frieden und die Einheit.

Wir, die Ethikgruppe der Klassenstufe 9, hatten die Möglichkeit, Spenden für die Obdachlosen zu sammeln und sie vor Ort abzugeben. Bei dieser Gelegenheit konnten wir uns selbst ein Bild von der dort herrschenden Situation machen, mit einem der leitenden Helfer sprechen sowie von einem Obdachlosen Antworten auf  Fragen aus erster Hand bekommen. Wir erfuhren, dass die Gründe für Obdachlosigkeit sehr vielfältig sein können: eine fehlende Ausbildung, unzureichende Versicherungen, Scheidungen, Arbeitslosigkeit sowie andere Lebenskrisen.

Dadurch gelangen die meisten der auf der Straße lebenden Menschen in einen regelrechten Teufelskreis, aus dem sie scheinbar nie wieder herauskommen werden, denn ohne Arbeit bekommt man keine Wohnung und ohne Wohnung auch keine Arbeit. 

Alles in allem war dieses Erlebnis zum einen eine Bereicherung, da wir eine Einsicht in das schwere Schicksal eines Obdachlosen erhalten konnten, zum anderen aber auch eine Überwindung, weil wir oft nicht wussten, wie wir mit diesen sozial benachteiligten Menschen umgehen sollen.

Ein Bericht von Lea Baecker (9a) und Eric Weidenhof (9a)

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