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Gruseliger Spaß am Von der Leyen-Gymnasium

Die Theater-AG präsentierte das „Gespenst von Canterville“

Für einen schaurig schönen Gruselabend sorgten am 5. und 6. April die rund 25 aus allen Klassenstufen stammenden Schülerinnen und Schüler der Theater-AG und lehrten die zahlreichen Besucher im Schloss Canterville, alias Aula des Gymnasiums, das Fürchten. Der Inhalt der auf der gleichnamigen Erzählung des irischen Schriftstellers Oskar Wilde basierenden Gruselkomödie „ Das Gespenst von Canterville“ ist schnell erzählt: Der amerikanische Geschäftsmann Mr. Otis kauft das englische Schloss Canterville trotz zahlreicher Warnungen, dass ein Gespenst hier sein Unwesen treiben soll. Bereits beim Einzug der amerikanischen Familie, Mr. und Mrs. Otis samt ihren Zwillingen Virginia und Washington, zeigen sich die ersten Spukerscheinungen. Aber die pragmatische Familie lässt sich nicht einschüchtern und zeigt sich von den seltsamen Vorkommnissen vollkommen unbeeindruckt. Im Gegenteil: Dem Gespenst Lady Canterville gelingt es nicht, die Familie in Angst und Schrecken zu versetzten, sondern die Familie kann sehr erfolgreich mit vielen kleinen Gemeinheiten der Lady das Gespensterleben zur Hölle machen. Schließlich trifft Tochter Virginia zufällig auf die am Rande eines Nervenzusammenbruches stehende „Spuklady“ und kann sie von ihren Qualen erlösen.

Die gesamte Schauspieltruppe zeichnete sich durch deutliche Artikulation und gute Sprachintonation aus. Die beiden Regisseurinnen Monika Wack und Silke Schmeiser besetzten die tragenden Rollen (Mitglieder der Familie Otis, Haushälterin, Maklerin) vorwiegend mit Schülerinnen und Schülern aus der Oberstufe. Sie überzeugten bei ihrer Rolleninterpretation mit treffender Gestik und Mimik. Diese Eigenschaften, gepaart mit einer gehörigen Portion Spontaneität, verkörperte im besonderen Maße Johanna Greff (Klassenstufe 11) mit ihrer Darstellung des Gespenstes Lady Canterville.

Für die 20 jüngeren Protagonisten war Flexibilität die größte Herausforderung. Sah man sie eben noch als Kaufinteressenten in Pelzmänteln und Stöckelschuhen auf der Bühne mit der Immobilienmaklerin verhandeln oder als lebende Bilder posieren, schufteten sie im nächsten Moment bereits im Blaumann oder im karierten Hemd als Möbelpacker beim Umzug der Familie Otis. Als die Uhr zur Geisterstunde schlug war für die gleichen Darsteller wiederum Spuken angesagt: Sie tanzten als Gespenster in weiße Leintücher gehüllt über die Bühne, humpelten als Zombies mit steifen Gliedern an Stühlen und Tischen  vorbei oder klapperten als Skelette um die schlafenden Familienmitglieder herum. Am nächsten Morgen statteten sie als vornehme Nachbarinnen in eleganten Kleidern und Hüten, die man durchaus auch beim Pferderennen von Ascot tragen könnte, der Familie Otis einen Besuch ab. Neben der imposanten Kostümauswahl sorgten auch die wenigen, aber mit Liebe zum Detail ausgewählten Stücke der Bühnendekoration, wie z. B. ein Kronleuchter, für die passende Spukschlossatmosphäre. Kleine Inszenierungseffekte, wie ein sprechendes Tagebuch oder einer zeitlichen Rückblende, die den Mord von Lady Canterville an ihrem Gatten zeigte, überraschten die Zuschauer, während die in den Dialogen lauernden witzigen Pointen immer wieder  zum Lachen verführten. 

Zuletzt war es das natürliche und gut funktionierende Zusammenspiel aller Darsteller, welches dem actionreichen Stück das nötige Tempo verlieh und das Publikum am Ende zu Beifallsstürmen hinriss. Schulleiter Christoph Kohl dankte den beiden Lehrerinnen Monika Wack und Silke Schmeiser sowie allen Mitwirkendem für den gelungenen Theaterabend.

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